Hoamat Heroes

Daniel Haselwanter ist mit 15 Instrumenten im VW Bus durch Spanien gereist und hat dabei Songs aufgenommen.

Der Singer/Songwriter Daniel Haselwanter bezeichnet sich selbst als Weltbürger und unterstreicht dies auch mit seiner Musik. Egal ob auf deutsch, englisch, spanisch oder tirolerisch – Sprachenvielfalt beim Songschreiben ist für Daniel genauso wenig ein Problem, wie der Einsatz unterschiedlichster Instrumente: Gitarre, E-Bass, Ukulele, Percussions, Bouzouki und Klavier sind nur ein Auszug aus seinem Repertoire. Da wundert es auch nicht, dass der Tiroler monatelang alleine im VW Bus durch Spanien gereist ist, um währenddessen Songs für sein kommendes Album aufzunehmen. Wie es ihm dabei ergangen ist, warum er sich u.a. stark für Umwelt und Menschenrechte engagiert und was es mit dem Pfingstmontag auf sich hat, lest ihr hier:

Daniel, du machst ja Musik, seit du 12 Jahre alt bist. Wie bist du in diesem Alter zur Musik gekommen?
Ich wurde zum Ziachorgel (Anm. Ziehharmonika) spielen gezwungen. (lacht) Eigentlich wollte ich Schlagzeug lernen, aber da hat es immer geheißen, dass das zu laut ist. Nach langem Bitten meiner Eltern habe ich dann doch mit der Ziachorgel angefangen, aber ab einem gewissen Alter war das halt überhaupt nicht mehr cool. Mir hat es zwar schon getaugt, es waren auch moderne Sachen dabei, aber ich bin dann direkt auf die Gitarre umgestiegen. Nachdem ich in einem Gasthaus aufgewachsen bin, ist so eine immer irgendwo herumgelegen und ich habe mir schließlich selbst einiges darauf beigebracht. Mein erstes Lied habe ich mit etwa 12 Jahren auf der Ziehharmonika geschrieben und einfach geschaut, was von den Akkorden her ungefähr zusammenpasst. Eigentlich waren die ersten Sachen schon ganz cool. Ich habe sogar überlegt, die wieder mal rauszuholen.

Du verarbeitest in deinen Songs viel Persönliches und hast sogar gesagt, dass sich dein erstes Album wie ein Tagebuch liest. Hast du kein ungutes Gefühl dabei, dich so zu offenbaren?
Mich hat ein Freund auch einmal gefragt, ob ich mich da nicht zu viel exponiere. Ich würde sagen Jein. Eigentlich ja, aber dadurch, dass das alles nur kleine Puzzleteile eines Gesamtbildes sind, relativiert es sich. Wenn ich extrem ins Detail gehe, ist das nur ein Ausschnitt von etwas Größerem. Mittlerweile bin ich diesbezüglich aber vorsichtiger geworden. Ich habe einiges an unveröffentlichtem Material, bei dem ich noch nicht weiß, ob ich es herausbringe. Als Beispiel fällt mir hier immer mein Song 05:10 ein. Den hätte ich nie auf eine CD getan, wenn mich ein Freund nicht überredet hätte, denn viel persönlicher kann es nicht mehr werden. Im Nachhinein bin ich aber froh, weil ich schon von vielen Leuten sehr positives Feedback zu genau diesem Song bekommen habe.

Daniel HaselwanterKannst du dir in schwierigen Phasen beim Songwriting vieles von der Seele schreiben?
Manchmal schon, ja. Es kann teilweise sehr therapeutisch sein. Vor allem, wenn während dem Schreiben eine Einsicht daherkommt.

Dein kommendes Album Rolling Home Recordings hast du ja während einer Reise in deinem VW Bus aufgenommen. Erzähl mal, wie das so war…
Ich hatte 15 Instrumente, mein 16-Spur-Gerät und ein Mischpult dabei, die beide batteriebetrieben liefen. Die meisten Songs hatte ich eigentlich schon davor geschrieben und ein paar sind während der Reise entstanden. Ich war drei Monate in Andalusien unterwegs und habe mir immer ruhige Plätze zum Aufnehmen gesucht. Die Idee, unterwegs Konzerte zu spielen und Sachen aufzunehmen, hatte ich schon länger. Teilweise war ich sogar irgendwo in der Pampa oder auf irgendeinem Berg. Aber es war auf jeden Fall sehr cool.

Daniel Haselwanter VW BusDas Reisen ist generell ein großes Thema in deinen Songs. Inwieweit beeinflusst es deine Musik?
Reisen ist für mich eher eine Einstellung und weniger etwas, das man tut. Ich kann ja auch in Österreich eine Reiseeinstellung haben. Das hat ein bisschen was mit Abenteuer und Offenheit zu tun. Vor kurzem habe ich in Vorarlberg eine kleine Session gemeinsam mit Flüchtlingen gespielt, da hatte ich genauso ein Reisefeeling. Man sollte einfach neugierig sein und die Augen offen halten. Wenn man unterwegs ist, werden einem viel mehr Dinge bewusst. Ich fühle mich auch bei uns daheim weniger als Österreicher, sondern mehr als Weltbürger.

Du bist sehr engagiert was Naturschutz, Menschenrechte, etc. betrifft und bist auch Mitglied bei World Citizen Artists. Was genau machen die?
Das ist eine gemeinnützige Organisation, die alle Arten von Kunst umfasst – Maler, Fotografen, Musiker, Filmemacher, etc. Hier werden durch Kunst gute Zwecke erfüllt. Ich bin durch meinen Song Ancient Tribes, der von indigenen Völkern handelt, dazugekommen und es wurde auch ein dazugehöriger Artikel von mir veröffentlicht. Generell finde ich es eine coole Idee, dass man mithilfe von Kunst Bewusstsein für gewisse Dinge schaffen kann. Mittlerweile werden auch Awards vergeben. Mal schauen, vielleicht werde ich sogar mal nominiert. (lacht)

Daniel HaselwanterGibt es eine Thematik, die dir besonders am Herzen liegt? Für die du dich besonders einsetzt?
Eigentlich habe ich mir schon immer Gedanken darüber gemacht, dass es auf der Welt besser laufen könnte. Mit den Jahren ist dieser Gedanke immer größer und aktivistischer geworden. Die Thematik mit den indigenen Völkern ist meiner Meinung nach eine der extremsten Dinge. Es gibt immer noch einige Völker, die nachhaltig leben und ich finde es arrogant und kriminell, wenn diese umgebracht oder zurückgedrängt werden. Auf der ganzen Liste von Ungerechtigkeiten, die sich heutzutage abspielen, ist diese Sache für mich schon ganz weit oben. Man muss diese Völker zwar nicht verherrlichen, aber zumindest mit Respekt behandeln. Vielleicht könnten wir uns von ihnen auch ein paar Dinge abschauen.

Ich habe gesehen, dass du online viele deiner Songs kostenlos zum Download anbietest. Hat das auch etwas mit deiner Einstellung zu tun?
Das ändere ich alle paar Monate mal. (lacht) Es ist immer die Frage, ob man etwas dafür verlangen soll oder nicht. Die Vermarktungsseite der Musik ist mir meistens ein Dorn im Auge. Irgendwie muss man sich halt auch darum kümmern, aber oft ist es mir einfach egal. Andererseits wäre es irgendwie schön, wenn man freiwillig etwas für seine Musik bekommen würde. Das wäre der Idealfall. Spotify zum Beispiel zahlt genau nichts bzw. so wenig pro Stream, dass der Musiker unterm Strich nichts dabei verdient. Ich verstehe nicht, wohin das ganze Geld geht.

Daniel HaselwanterDu hast mit Ode to the sun den Soundtrack zu einem Werbevideo für ein e-Book beigesteuert. In diesem Buch geht es darum, was uns glücklich macht. Was ist denn dein Inbegriff von Glück?
Das sind immer die schwersten Fragen. (lacht) Spontan fällt mir eine Situation ein, wo ich mit meiner Gitarre an meinem Lieblingssee in der Abendsonnenstimmung sitze. Das ist schon fast kitschig, wenn ein paar Enten vorbeischwimmen und dich die Sonne anstrahlt während du singst. Ode to the sun passt von daher eh gut, weil ich ein bisschen ein Sonnenfetischist bin.

Wie beobachtest du als Tiroler Musiker die Tiroler Musikszene? Gibt es dort spezielle Institutionen, etc. für junge Musiker?
Es tut sich extrem viel, das bekomme ich auf jeden Fall mit. Seit ein paar Jahren gibt es die Sendung „Tirol am Beat“ bei Radio Tirol, bei der ich auch einmal interviewt wurde. Die kommt jede Woche und es sind immer Tiroler Musiker zu Gast. Aber ehrlich gesagt bin ich nicht wirklich in dieser Szene drinnen. Vielleicht bin ich dafür zu sehr Eigenbrötler. (lacht)

Du singst auf deutsch, englisch, tirolerisch und spanisch. Bei welcher Sprache tüftelst du am längsten an den Songs?
Das kann ich nicht sagen, es kommt eigentlich auf die Thematik an. Ich hatte in jeder Sprache schon einen Song, der mir schnell von der Hand gegangen ist. Tendenziell feile ich am längsten an deutschen Songs. Gestern habe ich z.B. ein Gedicht geschrieben, das ein bisschen mit Worten spielt. Sowohl mit Sprachen, als auch vom Musikstil her probiere ich extrem viel aus. Manchmal glaube ich, dass diese Tatsache vom Kommerziellen her ein Erfolgshindernis ist, weil ich keine bestimmte Linie verfolge und der Erkennungswert dadurch vielleicht etwas verloren geht. Aber ich bin halt zu sehr Fan der Vielfalt, als dass ich eine bestimme Richtung einschlagen könnte. Demnächst möchte ich ein reines Dialektalbum herausbringen.

Daniel Haselwanter BandEiner deiner Songs nennt sich Pfingstmontag. Warum hast du diesem Tag ein Lied gewidmet?
Ich habe den Song an einem Pfingstmontag geschrieben. Es wäre naheliegend gewesen, ihn On my mind oder so ähnlich zu nennen, weil diese Passage öfters darin vorkommt. Unter uns gesagt gehört eigentlich ein zweiter Song namens Fronleichnam dazu, der aber auch nichts mit dem Titel zu tun hat, außer dass er an diesem Tag geschrieben wurde. (lacht) Das Ganze war mehr oder weniger ein Gag.

Was sieht und hört man in nächster Zeit von dir?
Ich spiele im November noch in Götzis und Lindau und im Dezember im Hard Rock Cafe in Wien. Ich habe mittlerweile Songs von Rolling Home Recordings mit meiner Band zusammen im Studio neu eingespielt. Die müssen noch editiert, gemischt und gemastert werden, damit das Album bald erscheinen kann. Da ist noch einiges zu tun. Ich habe außerdem den Soundtrack zu einer Dokumentation (ANICCA-Embracing Change) beigesteuert, die im Dezember veröffentlicht wird und plane noch ein Instrumental-Album. Generell habe ich vor, bis in einem Jahr 4-5 Alben zu veröffentlichen. Jetzt möchte ich zack-zack-zack ein bisschen aufholen.

Facebook
https://www.facebook.com/imexil

Homepage
http://www.danielhaselwanter.com

„Daniel Haselwanter – Musik mit Tiefgang“

 

Daniel „Dan“ Haselwanter ist ein junger Musiker aus Tirol. „Musik hat mich immer schon fasziniert“, so der ausgebildete NMS-Lehrer. Er brachte sich im frühen Jugendalter das Gitarrespielen selbst bei und ist seither dem Liedermachen und Musizieren verfallen. Der Musikgeschmack des jungen Tirolers ist breit gefächert. „Ich höre gerne Musik, die meinen Horizont erweitert“, erzählt Daniel. So beeinflussten Bands wie STS, The Beatles, Queen, Pearl Jam aber auch indische und pakistanische Musik sowie klassische Gitarrenstücke sein Leben und prägten auch seinen heutigen Musikstil.

Dan spielt Gitarre, E-Bass, Klavier, Ukulele und Percussion. Er singt viele Lieder auf Englisch, Deutsch und sogar ein paar auf „Tirolerisch“. Sein Debut-Album „Between lines“ veröffentlichte er im Juni 2010. „Dieses Album ist fast so etwas wie ein Tagebuch“, lächelt Haselwanter. Lieder über Verliebtheit, die Natur oder das Reisen finden sich auf dieser CD. Der talentierte Liedermacher begeistert seine Fans mit ausdrucksstarker Stimme und vor allem mit berührenden und tiefgründigen Texten. Er verarbeitet viel Persönliches in seiner Musik. Er scheut sich auch nicht davor, beispielsweise den Tod und den Umgang damit zu thematisieren. „Ich möchte hemmungslos ehrlich und authentisch sein und mich selbst nicht zensieren“, erklärt er.

Momentan ist der „World Citizen Artist“ gerade dabei, sein 2. Album „Rolling Home Recordings“ fertig zu stellen. Den Großteil der Lieder spielte er komplett alleine in seinem VW Bus während einer Reise durch Spanien ein. In diesem Album kommen, neben sehr Persönlichem, auch Themen wie Menschenrechte und Umweltschutz vor. „Gute Musik ist für mich nicht bloß seichte Unterhaltung, sondern im Idealfall von sozialem und kulturellem Wert“, sagt Daniel. Sein Vorbild in dieser Hinsicht ist die Band „Pearl Jam“, die durch Benefizkonzerte beispielsweise die Erhaltung des Regenwaldes unterstützt.

Der Gitarrelehrer will sich nicht verkaufen, wäre aber froh, wenn er von der Musik alleine leben könnte. „Derzeit bin ich auf Labelsuche und halte Ausschau nach einer Konzertagentur“, verrät er. Seine Homepage www.danielhaselwanter.com frischt der leidenschaftliche Musiker regelmäßig mit neuen Liedern und Hörproben auf.

„Musik ist für mich erfüllend. Sie ist eine Ausdrucks- und Kommunikationsform, die zu mehr Lebensqualität führt“, sagt er. Mit seinem Talent macht er nicht nur sich selbst ein bisschen stolz, sondern auch Menschen, die viel Wert auf gute, echte Musik legen.

 

Radio Tirol

„Tirol am Beat“- Daniel Haselwanter

Er ist ein junger Oberländer Liedermacher, der mit seinem Debütalbum “Between Lines” erstmals so richtig auf sich aufmerksam machte. Daniel Haselwanter aus Mieming schreibt Songs mit Tiefgang, melodiös und in verschiedenen Sprachen. Er war bei Klaus Horst in der Sendung "Tirol am Beat" auf Radio Tirol zu Gast.

 Mit Westerngitarren, Percussions, Bouzouki, Klavier und einer charakteristischen und ausdrucksstarken Stimme vermittelt Daniel Haselwanter in mehreren Sprachen (Englisch, Spanisch, Deutsch, Tirolerisch) Inhalte, die unter anderem von Freundschaft, der Liebe zur Natur, Abenteuerlust, Verliebtheit und zwischenmenschlicher Kommunikation, aber auch von persönlichen Schicksalsschlägen und deren Überwindung handeln.  

 

Daniel Haselwanter

Daniel Haselwanter
 

 

Beeinflusst und inspiriert von so unterschiedlichen Bands und Künstlern wie Pearl Jam, Led Zeppelin, Dave Matthews und STS lässt sich der autodidakte Liedermacher nur schwer stilistisch einordnen. Die Triebfeder für sein gesamtes kreatives Schaffen ist jedoch stets die Liebe zur Musik und der Drang, scheinbar Unsagbares auszudrücken.